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1 Blogger verkauft Blog, 1000 Blogger laufen Amok – Warum hierzulande niemand Blogs lesen will



Rober Basic verkauft seinen Blog, 1000 Idioten geben ihren Senf dazu. Von den 1000 Idioten sind gerade mal geschätzt 1% darunter die etwas vom Web-Business verstehen und nicht für jeden dahingeschmissenen Scheiss einen Blogeintrag veröffentlichen.

Ich bin nun seit 3.5 Jahre in einer Web-Agentur angestellt und mache seit knapp einem Jahr mit den USA Geschäfte die sich zu 100% im Netz abspielen. Ich weiss also was eine Seite wert ist – und was sie nicht wert ist. Normalerweise kostet eine kommerzielle Webseite im Verkauf etwa 12x des Monatseinkommens. Da ich gerade keine richtige Lust habe auf Basics nutzlosen Blog zu gehen, nehme ich mal die letzte Einkommenssumme von Basic die mir noch im Kopf liegt: 3.5k € / Monat. Rechnet man das mal 12, ergibt es 42k €.

42k€ wäre also für den angeblich Nr. 1 Blog des Deutschsprachigen Raumes drin. 42… hahahah.

Trotz den monatlichen Einnahmen darf man folgendes nicht vergessen: Nun ja, erstmal ist Basics Blog besuchermässig keinesfalls Nummer eins. Er ist bei den verlinkungen nur auf Platz 1 dank einigen Fanboys die selber bloggen und sich im Laufe der Jahre angehäuft haben. Zweitens ist Basics Blog sehr stark mit Robert assoziiert. Wer zur hölle wird den Blog danach noch lesen? Die meisten werden weiterziehen. Robert sagt ihm sei die Lust zum bloggen vergangen, will aber danach an einer anderen Stelle weiterbloggen. Da investiert man das Geld doch gleich in Amerikanischen Immobilienmarkt, der zur Zeit übrigens einige sehr interessante Möglichkeiten bietet.

Da hat jemand einfach gemerkt: In Zentraleuropa lässt sich mit einem Blog wohl kein Geld verdienen. Die Zeit die ich zB. in ricdes.com investiere ist verschwendete Zeit. Ich habe zwar ein Vorzeigeobjekt, aber was bringt mir das? Nix. Vor einigen Wochen habe sogar über einen Verkauf von ricdes.com nachgedacht… aber was hätte mich das Geldmässig eingebracht? Ausser dem Google Trust und einigen sehr gut besuchten Artikeln ist da nichts grossartiges für einen Nachbesitzer. Da investiere ich lieber Zeit und Geld in Geschäfte die mich sehr beruhigt in die Zukunft sehen lassen (und mir die Freiheit geben ohne Rücksicht hier im Blog zu sagen was ich will, was in nächster Zeit wohl der Fall sein wird).

Blogger werden hierzulande nicht ernstgenommen und als irgendwelche Freaks abgestempelt weil sie für jeden dahergeschmissenen Scheiss einen Blogpost veröffentlichen. Auch ich wurde von einigen Leuten mit kostenlosem Scheiss gekördert (und hab am Anfang auch mitgespielt). Jetzt schicke ich solte Leute zur Hölle. In der Schweiz VERSCHENKT man sogar Werbeplätze… $100 AdSense pro Tag und mehr als 2k Besucher am Tag gehören doch bei uns schon zu den feuchten Träumen von einigen Bloggern. Wenn ich mir da einige “Make Money Online” Blogs anschaue die mit stundenlanger Arbeit gerade mal $600 in einem Jahr hinbekommen habe, bekomme ich ja Mitleid. Da hätte er gleich bei irgend einem Burgerschuppen um die Ecke die gleiche Zeit arbeiten können und wahrscheinlich 20x mehr rausgeholt. Ihr wisst wen ich meine.

Zudem werden 95% der Blogs hierzulande nur von irgnedwelchen Real Life Losern betrieben die zu jeder Scheisse ihren Senf herauslassen wollen (ja, ich weiss, ich mache mich ja mit solch einem Post auch zu ner Meckertante). Wann hat ein Blog hierzulande mal etwas wichtiges aufgedeckt? Ja, BloggingTom ist da eine willkommene Ausnahme. Auch ich hatte die eine oder andere exklusive News. Aber wo ist die Deutsche Huffingtonpost? Blogs sind in Deutschland, der Schweiz und in Österreich (bis auf einige ebenfalls geldmässig arme Ausnahmen) ganz einfach nur Spielplätze für irgendwelche Freaks die X Mal bereits geschriebenen Content durchkauen…

Übrigens: Angeblich gibt es wirklich Leute die bei Hogenkamps “Blognetzwerk” für 60€ pro 1000 Impressions werben. Da hat wohl jemand einfach ein zu grosses Marketingbudget. Mit 60 CPM bekomm ich ja problemlos Placements bei Spiegel.de, was auf jeden Fall mehr Traffic bietet als eine deutsche Kopie der Weblogs Inc die Englischen Content übersetzt.

Diese ganzen Missstände sorgen für mich als werbenden eigentlich nur für Vorteile. Ich kann auf Deutschen Blogs wenn ich will für Spottpreise werben. Ich bin nun für einige von euch wohl offiziell zum Arschloch geworden und das ist mir auch offiziell scheissegal. Nennt mich ein Kiddie, aber in “Moment of Clarity” sagt Jay-Z: “I dumb down for my audience and double my dollars”. Und damit hat er verdammt nochmal Recht, denn hierzulande sehe ich bisher nur Gossip und Adult Blogs die einigermassen schöne Summen an Geld einbringen.

In diesem Sinne: Bye “Blogosphere”. Ich gehe meinen eigenen Weg.

//Edit:
Nein, ich lasse ricdes.com nicht absterben. Ich habe lediglich etliche Deutsche Blogs aus dem Feedreader rausgeschmissen.

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42 Kommentare

  1. Hoppla, da hab ich ja Schwein gehabt, in Deiner “Abrechnung mit der Blogosphäre” noch positiv erwähnt worden zu sein ;-)

    Posted 8. Jan 2009 at 13:38
  2. Ich sehe vieles genauso, von daher stell’ ich dich sicher nicht als Arschloch hin! ;)

    Im Gegenteil, da ich die Möglichkeiten des Internets selbst gut nutze weiß ich, wie man es anders machen kann und Blogs sind da eben ein Zeitvertreib, ein Hobby, aber nichts, wovon ich mit mit verhältnismäßig wenig Zeitaufwand im Schlaf die Taschen voll verdiene.

    Was mir hierzulande auf den Sack geht ist, dass man im Feedreader täglich mind. 10 Mal den gleichen Scheiß liest, da jeder der Meinung ist, über ein neues Firefox/Wordpress/Blabla-Update berichten zu müssen oder den Rest der Welt darauf aufmerksam macht, dass jemand seinen Blog verkaufen möchte. Würden viele auch wirklich mal die Eier besitzen, ihre weiße Weste zu beschmutzen und mal ihre Meinung zu sagen, fände ich das ja schön. Aber wiederkäuen was andere Schreiben ist arm. Deshalb gibt es wenige Blogs, die ich wirklich noch regelmäßig lese. :)

    Posted 8. Jan 2009 at 13:41
  3. Natürlich, nicht jeder wird von Heise verlinkt…

    @tobi:
    word.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:41
  4. Ahjoe, du hast schon recht, ich glaube die Leute übersehen einfach, dass ein Blog in der Regel keinen wirklich Mehrwert darstellt und somit auch nix wert sind.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:45
  5. Oh und @Tobi. Da muss ich Dir zustimmen. Ich versuche so gut es geht eigenen Content zu produzieren, denn mit dem 50ten Posten über Irgendwas kann man letzten endes dann auch keine Besucher mehr anlocken.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:47
  6. In einem bin ich gar nicht deiner Meinung:

    “Übrigens: Angeblich gibt es wirklich Leute die bei Hogenkamps “Blognetzwerk” für 60€ pro 1000 Impressions werben.”

    Das glaube ich nicht. Ich glaube nicht (eine Welt würde für mich zusammenbrechen :-) ), dass wirklich jemand diese horrenden Summen zahlt für Werbeplatz auf einem extrem langsamen Engadget-Copy-Waitabit-Translate-Blog wie Neuerdings zahlt. Oder mindestens nicht mehr als genau 1x.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:48
  7. Du “Arsch-Kiddie”!! ;-) Könntest Dich mich Journalist und Blogger DB von der Sonntagszeitung als Blogkritiker zusammentun. Nein, im Ernst, Du weisst schon wie der Hase läuft, auch wenn ich die Mehrheit der CH-Blogger nicht als Looser bezeichnen würde. Ja, Blogger haben in der Schweiz ab und zu etwas aufgedeckt und sich so eine gewisse Reputation erarbeitet. Doch ausserhalb der Szene kennt die kaum jemand. In der Schweiz vom Bloggen leben, no way. Blogwerk besteht zwar aus Blogs oder zumindest aus Publikationen in Blogform, doch da werden journalistische Leistungen erbracht. Ist wie inside-it.ch, wo BloggingTom untergekommen ist, eine Techpublikation, die es halt nur online gibt. Inside-it hat recht Werbung drauf. Zu welchem Preis, weiss ich nicht. Daa lässt sich schon mehr Kohle machen als bei einer One-Man-Blogshow.

    Anyway, auch wenn ich sicher nicht davon leben kann, werde ich weiterbloggen. Wieso? Weil es mir Spass macht. Andere gehen Bergsteigen, ich blogge. :-)

    p.s. basic gibt an, dass er letztes jahr einnahmen von 37000 euro hatte: “Das Blog hat letztes Jahr rund 37.000 Euro an Werbeeinnahmen verzeichnet. 30.000 Euro für Direktbannerkunden und 7.000 für Linkverkäufe.”

    Posted 8. Jan 2009 at 13:48
  8. Ja schon kuuuuhl was da abgeht. Bin auch der Meinung, dass da viel heisse Luft ist.

    Kenne den Blog von Robert nicht, aber was ich gelesen habe ist der Blog sehr mit der Person von Robert verbunden. Das bedeutet, dass nicht der Blog das Asset ist, sondern Robert. Also hat der Blog nach dem Verkauf nur noch einen kleinen Wert.

    Ich denke er hat (etwas zu spät) erkannt, dass es mal abwärts geht und versucht noch Kasse zu machen. Um dann entspannt seinen neuen Blog zu starten.

    Ja Ricardo, Du hast absolut Recht, es gibt wesentliche bessere Möglichkeiten sein Geld zu investieren.

    Aber bestimmt gibt es einige, die das nicht wissen ……….. Auch OK, oder?

    Posted 8. Jan 2009 at 13:49
  9. @Sam:
    Hab ich im Twitter gelesen, keine Ahnung ob das wirklich wahr ist. Aber so dumm wie einige Marketingleute hierzulande sind, vorstellbar.

    @hediger
    Ich bin kein Blogger-Hasser, ich gebe nur gute Gründe an warum Blogs hierzulande wertlos sind. US-Blogs sind um einiges amüsanter zu lesen und qualitativ um einiges besser als DE-Blogs. Basic hat Geld durch seinen Namen mit seinem Blog eingenommen, das wird kein zweiter schaffen. Und ich meinte bei Tom eher seine Bloggingtom-Server-Problem aufdeckungs Sache die dann auch auf Heise vorkam.

    @mkoeberle
    Natürlich ist das OK. Aber warum sollte man überhaupt jemandem zuhören der in einem Jahr gerade mal 600$ zusammenbringt durch schwere Arbeit? Da verdienen meine outgesourcten Aushelfer ja mehr im Jahr.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:49
  10. Als erstes geb ich dir mal recht zu dem was du über Basic sagst, das interessiert irgendwie keinen, aber tromtzdem schreibst du auch drüber.. Keine weiteren Worte dazu. Und @tobi vergiss nicht den eigentlichen Sinn hinter einem Blog. Es ist ursprünglich ein digitales Tagebuch. Und wenn XY nun mal gerne über Thema X schreiben möchte, obwohl es hundert andere schon getan haben, dann steht es dir frei den Blog nicht mehr zu lesen. Ich schreibe manchmal auch einfach über Dinge die ich für mich persönlich festhalten will um sie später einfach noch mal nachschlagen zu können. Du wirst nie jeden mit dem was du schreibst glücklich machen können. Und soll ich dir was sagen? – das will ICH auch gar nicht und mir ist es egal ob es jemanden interessiert waa ich schreibe.

    Geld verdienen tut man mit anderen Projekten.

    Posted 8. Jan 2009 at 13:57
  11. @Markus Klar postet man manchmal Sachen, die auch Nerdcore oder andere schon geposted haben.

    Aber es gibt auch Blogger, die wirklich nur Engadget Übersetzen und mit Golem Content mischen. Das nervt tierisch!

    Posted 8. Jan 2009 at 14:00
  12. @Markus: Richtig. Jeder soll sein Ding machen. Das Problem daran ist, dass der Mehrwert dieses Blogs verloren geht, wenn nichts vom Veröffentlichten auch nur ansatzweise individuell oder “unique” ist, wie man so schön sagt. Man kann sich als Blogger eben auch unattraktiv machen.

    @Gilly: Contentklau, wenn auch übersetzt oder umgeschrieben ist total scheiße. Und dann auch noch so tun als wären es exklusive News, weil man nicht mal eigenen Senf dazu abgibt, ist BILD-Niveau.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:08
  13. @Markus:
    Das Problem sind nicht 1000e Tagebuch-Blogs sondern Blogs die versuchen etwas zu verdienen, Content aus irgendwelchen Nischen klauen und sich selbst dann als erfolgreich darstellen.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:11
  14. Ich bin manchmal gerne Freak. Loser, da musst du was missverstanden haben. Seit meinem Blog-Relaunch habe ich vielleicht ein- oder zwei Mal Zeug durchgekaut, für Linkdumps und Ähnliches gibt es Twitter und delicious – das Blog ist für eigenen Inhalt da, auch wenn der vielleicht nicht immer jedermann interessiert und deutlich seltener und unregelmässiger passiert als Wiederholungen und Übersetzungen von anderen Quellen.

    Wenn ich mehr Besucher wollte, müsste ich tatsächlich den Text grossteils noch etwas verdummen. Hab ich nicht vor, ich bin stolz darauf, einen gewissen Anspruch an meine Leser zu stellen. Wenn ich damit Geld verdienen wollte, müsste ich als erste Massnahme Werbung schalten – was meiner Ansicht nach rein gar nicht drin liegt.

    Was ich möchte, ist, den Leuten die es interessiert einen Mehrwert bieten, inklusive Open Source content und Tutorials – was auch ganz gut funktioniert.

    Ich spreche hier nur für mich, aber ich denke, dass viele andere ihr Blog ebenfalls als kleines Schrebergärtlein sehen. Schon wenn ich meine kleinen 50-100 Leser am Tag erreiche, sind das viel mehr, als wenn ich auf der kleinen Schanze in Bern eine Soapbox aufstellen würde.

    Und wie Markus gesagt hat: Geld verdienen tut man mit anderen Projekten. Die man dann natürlich gegebenenfalls auch über das schon vorhandene Blog promoten kann.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:13
  15. Genau. Ich sehe die Kritik von Ricdes nicht als Kritik an meinem kleinen, absolut unrentablen Blog http://www.steinis.ch – sondern eher an den Möchtegern-Verdiener-Blogs wie ******* (lassen wir das). Meine Einnahmen mit Werbung auf http://www.steinis.ch waren bisher (gesamthaft gerechet!) ca. CHF 300 – also gerade mal die Hostinggebühren für drei Jahre gedeckt. Will jemand unser Blog kaufen? :-)

    Monetär hat sich mein Aufwand also üüberhaupt nicht “gelohnt” und trotzdem bin ich froh drum, um den Dialog, um die Reibung und die (weitere) Kommunikationsmöglichkeit mit meiner Frau :-) Eine Stunde bei http://www.bassic.ch investiert, rechnet sich wohl 100 oder mehr mal mehr (und auch diese Seite ist nichts im Gegensatz zu Communities mit Millionen von Usern) – aber es macht mir Spass.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:22
  16. ein bisschen viel fäkalsprache für meinen geschmack.

    ausserdem vermischt Du da doch zwei dinge: einerseits geht es um den content und andererseits um die werbung. richtig?

    ich finde, man sollte sich auch mal fragen weshalb man überhaupt bloggt. und dann sollte man sich seiner ansprüche sicher sein. ist ein blog nur dann gut, wenn er enthüllungsjournalismus und exklusivmeldungen aus dem technik-lager präsentiert? für mich sind das keine kriterien.

    und dann sollte man sich weiter fragen, ob man überhaupt geld damit verdienen will. ich persönlich würde einfach gerne meine auslagen decken.

    und ich gebe zu: ich lese gerne blogs. und ich blogge gerne. ich versuche möglichst viel eigenen content zu generieren. und bei dingen, die nicht direkt von mir stammen, versuche ich meine persönliche meinung dazu zu äussern. ausserdem hat mir mein blog schon einige kontakte verschafft, die ohne ihn nicht zustande gekommen wären.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:27
  17. @amade:
    Also wenn dich “Idioten”, “Scheisse”, “Arschloch”, “Scheissegal” und “Trottel” stört solltest auf keinen Fall mit mir an einem Stammtisch sitzen und schon gar nicht Englische blogs besuchen.

    Nenn mir einen einzigen Fall wo hierzulande irgend eine wichtige Entscheidung oder irgend ein Skandal durch einen Blog veröffentlicht wurde. Vielleicht sind wir hier einfach zu sauber dafür oder uns einfach zu schade dafür.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:40
  18. diese wörter stören mich an sich nicht im geringsten. aber ihr einsatz im obigen text ist für meinen geschmack übertrieben und zu gewollt.

    mir scheint, Du hast auch den rest meines kommentars missverstanden. ich sage ja eben gerade, dass skandalisierung nicht die primäre funktion eines blogs sein sollte. dass sogar mein bescheidener blog schon ein paar mal in den (konventionellen) medien auftauchte zeigt mir doch, dass wir gehört bzw. gelesen werden. dann solltest Du auch nicht vergessen, wie wenige wir in der schweiz sind. dann solltest Du Dir auch die politischen möglichkeiten eines bürgers in der schweiz ansehen. die meisten entscheidungen sind eh schon transparent, was willst Du da noch gross veröffentlichen? dann solltest Du auch die medienlandschaften miteinander vergleichen. es sind so viele faktoren, weshalb ich nicht einfach pauschal urteilen würde.

    aber ich frage mich auch, ob es nicht andere wege gibt, der blog-gemeinde mehr glaubwürdigkeit und aufmerksamkeit zu verschaffen, als skandale aufzudecken.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:58
  19. @amade.ch – geben wir aber zu: Auslagen decken, könnte man online viel effizienter auf anderen Wegen.

    Posted 8. Jan 2009 at 14:59
  20. naja, vielleicht mal so nebenbei: Es geht mir nicht nur ums Geld verdienen. Es geht mir hauptsächlich darum, dass Blogs hierzulande einfach keinen Einfluss haben.

    Und das nicht nur in der Schweiz. Auch in Deutschland. Wäre Schäuble jetzt immer noch ganz oben wenn Blogs wirklich so meinungsbildend sind wie sie vorgeben zu sein? Naja.. ich wage es zu bezweifeln.

    Posted 8. Jan 2009 at 15:04
  21. @sam – das mag stimmen. aber wie gesagt: ich mache das vor allem aus spass.

    @ricdes – wie meinungsbildend blogs sind, hängt natürlich von den konsumenten ab, das ist klar. was die abwahl von einzelnen exponenten angeht, würde ich wieder einwenden, das wir (vor allem in der schweiz) einfach eine andere politische kultur haben. man darf hier durchaus fehler mache, ohne gleich dafür gelyncht zu werden. (anmerkung: ich mache mich hier keineswegs für schäuble stark) ich habe einfach das gefühl, dass man der deutschsprachigen blog-szene noch etwas zeit geben sollte. sie ist wie bereits erwähnt viel kleiner als die englische.

    Posted 8. Jan 2009 at 15:17
  22. Ich will mich gar nicht gross in eure Diskussion einmischen, jedoch will ich bereits eine angesprochene Aussage nochmals unterstreichen:
    Ein Blog lohnt sich im deutschsprachigen Raum NIE, wenn man ihn nur als Einnahmequelle betreibt. Würde man einen Stundenlohn aussrechnen, wäre dieser wohl unter einem Euro, sogar unter einem Franken.

    Geld verdient man im Internet anderswo und es gibt Nischen bei der Monetarisierung, die wirklich effektiv sind, im Gegensatz zu Google Adsense & Co.

    Posted 8. Jan 2009 at 19:15
  23. Sehr interessanter Ansatz. Allerdings denke ich nicht, dass Blogs hier allgemein unbrauchbar sind, sondern vielleicht einfach die deutschsprachigen Länder noch nicht genug für dieses Thema sensibilisiert sind.
    Menschen meckern an allem rum, was sie nicht verstehen oder für sie kompliziert scheinen mag. Deshalb werden auch in den deutschsprachigen Regionen Blogs und Blogger eher verpönt, nicht wegen schlechtem Content (jaja, gibt leider schon viele schlechte Blogs, aber natürlich auch ein paar Perlen), sondern einfach weils nicht “cool” ist.
    Meiner Meinung nach wird sich die Lage im deutschen Raum stark verändern in den kommenden Jahren!

    Posted 9. Jan 2009 at 11:08
  24. “42k€ wäre also für den angeblich Nr. 1 Blog des Deutschsprachigen Raumes drin. 42… hahahah.”

    Ganz egal, was du davon hältst: Der Blog hat ganz offensichtlich für recht viele Leute einen finanziellen Wert. Die eBay-Auktion steht momentan bei EUR 22.550,00 bei bislang 119 Geboten und läuft noch rund sechs Tage.

    “Blogger werden hierzulande nicht ernstgenommen und als irgendwelche Freaks abgestempelt weil sie für jeden dahergeschmissenen Scheiss einen Blogpost veröffentlichen.”

    Wer bestimmt denn eigentlich, dass alle CH-Blogger ernstgenommen werden wollen, sollen oder müssen?

    Posted 9. Jan 2009 at 13:43
  25. @Matthias:

    Nur weil irgendwelche dahergelaufene Bild-Leser meinen gerade das beste Geschäft ihres Lebens abzuschliessen für einen Blog mit gerade mal 2.5 millionen Imp’s im Jahr muss es das nicht wert sein. Ich kann ja auch 10t für einen ‘89er Opel Corsa bieten, obwohl er das gar nicht wert ist.

    Was muss man da bestimmen? Warum sollte man denn als Bürger nicht ernstgenommen werden? Wer interessiert sich im Deutschen Raum schon für Blogs… aber da spielen einige anscheinend gerne den ewigen Aussenseiter.

    Posted 9. Jan 2009 at 13:49
  26. Purple Cow und so, Aussenseiter sein ist manchmal gar nicht so schlecht ;)

    Posted 9. Jan 2009 at 14:05
  27. Ich kann deinen Blog jetzt nicht genau deuten. Einerseits schreibst du sehr gehässig was die ganz normalen Blogger betrifft auf der anderen Seite sagt der Blog sehr deutlich aus, dass du eine Ahnung von deinem Job hast. Ich fühle mich allerdings schon als ganz normaler User sehr angegriffen. Ich gebe gerne meinen Senf dazu und ich finde nicht, dass es immer ein Beitrag sein muss, der viele Fremdwörter haben muss und viel Hintergrund wissen. Man kann auch einfach nur seine Meinung beitragen.

    Der Verkauf erregt aufsehen und ich glaube, dass er viel mehr bringen wird als nur die 42 k. Aber wir werden sehen was bei der Sache denn rauskommen wird. Das ist MEINE Meinung.

    Posted 9. Jan 2009 at 14:07
  28. @ricdes
    Ich würde ganz kapitalistisch argumentieren: Der Blog ist soviel Wert, wie jemand dafür zu zahlen bereit ist.

    Und bei der Bewertung sind die Besucherzahlen und möglichen Einnahmen zwar ein sehr wichtiger, aber sicher nicht der einzige Faktor.

    Zwei Beispiele:
    1) Briefmarkensammler: Da wird für eine Briefmarke mit einem Materialwert von vielleich einem Rappen z.T. Tausende von Franken hingeblättert.

    2) Spekulanten zur Zeit der IT-Blasen: Da wurden Fantasiewerte für irgendwelche Startups bezahlt mit der Hoffnung, den Startup später zu einem noch fantastischeren Wert weiterverkaufen zu können.

    Bei den BT-Käufern dürfte nebst den messbaren Werten eben auch 1) Liebhaberei und 2) Spekulantentum eine gewisse Rolle spielen. Weshalb auch nicht? Das ist das Schöne an der freien Welt, man darf sein Geld ausgeben, wie man will, auch für Dinge die andere als wertlos ansehen.

    Zum anderen Thema: Ich schreibe gerade an einem Artikel über die Bedeutung von Blogs in der Schweiz. Dürfte irgendwann in den nächsten Tagen auf meinem Blog erscheinen.

    Posted 9. Jan 2009 at 14:31
  29. och, einmal mehr die grosse diskussion, ob blogs sinnvoll, bestimmend oder unnütz sind.

    erneut die grosse diskussion, welcher inhalt wertvoller ist.

    das ist ja gerade das interessante an blogs, die extreme vielfalt, die extreme heterogenität. jeder kann und soll um himmels-hergotts-willen, über das schreiben was er will. wenn viele über internet, web und gadgets schreiben, weil man damit erwiesenermassen mehr traffic generiert, als mit einem politischen blog oder einem tagebuchblog, dann ist dies seine sache.

    man könnte genauso gut darüber diskutieren, ab wann ein blog kein blog mehr ist. sind “medienlese,ch” oder ähnliche vielschreibergebilde überhaupt noch blogs, oder vielmehr verkappte online-medien.
    aber das wäre ein anderes thema.

    Posted 9. Jan 2009 at 23:39
  30. “das ist ja gerade das interessante an blogs, die extreme vielfalt, die extreme heterogenität.”
    das kann ich unterschreiben!

    Posted 10. Jan 2009 at 11:35
  31. Ich würde es Robert gönnen, wenn er viel Kohle für seinen Blog kriegt.
    Und wer weiß, vielleicht ist der neue Besitzer auch ein guter Blogger…

    Posted 12. Jan 2009 at 20:45
  32. eytsch

    Tja, die 42k wurden ja letztendlich noch getoppt. Ziemlich viel für nen nutzlosen Blog?

    Posted 18. Jan 2009 at 13:02
  33. Ich weiss ja nicht wo du wohnst, aber in den Staaten werden gerne mal einige Millionen für einen zweitklassigen Blog hingelegt. 42.000 EUR für den angeblich einflussreichsten Deutschen Blog ist doch nur ein Armutszeugnis.

    Übrigens: Ziemlich interessant das ich den Verkaufspreis genau vorhergesagt hatte.

    Posted 18. Jan 2009 at 13:40
  34. Na ja, dass die Amis spinnen wissen wir ja schon länger :) Nur, was hat Preis genau mit Wert zu tun? Und, kann man emotionale Bindungen monetär beziffern?

    In Amerika kann man das, in Europa nicht – verschiedene Interpretationen von “Kapitalismus”. Dass die Summen hier in Europa niedriger ausfallen als in den Staaten, ist da überhaupt nichts Ausserordentliches.

    Posted 18. Jan 2009 at 13:53
  35. Man kann sowas nicht anhand von Formeln bestimmen.. Sachen wie 12x Monatsgewinn liefern nur einen Richtwert, mehr nicht. “Wert” wäre mir basicthinking einiges mehr gewesen, als 46k. Nur Leider habe ich nicht soviel Geld, als das ich dafür einfach mal 50,60k ausgeben könnte :P

    Posted 31. Jan 2009 at 15:50
  36. Irgendwie lese ich hier zwischen vielen Zeilen immer wieder das Wort “Neid” …

    Posted 27. Feb 2009 at 14:50
  37. @Stefan:

    Also… hmmm .. habe gerade im Wörterbuch nachgeschlagen und Neid war da nicht als Synonym für Kritik drin…

    Posted 27. Feb 2009 at 18:30
  38. Es gibt halt einen Unterschied zwischen “Kritik” und “Kritik” ;)

    Posted 28. Feb 2009 at 11:55
  39. Also “wert” ist etwsa letztendlich genau das was andere dafür bereit zu zahlen sind. Und man kann es Robert eben wirklich nur gönnen wenn er da so viel wie möglich gekriegt hat.

    Posted 17. Aug 2009 at 21:00
  40. lenn

    Totlach, also wiederspreche fast alles, man kann mit wenig aufwand von einen Blog leben :D das habe in den letzten Monaten diverse Webmaster bewiesen.

    Ich weiß ja nicht was ihr Falsch macht :D ich brauche 3Monate dann hat Blog 3000 Besucher pro Tag (echte) das schaffen die 16 Jahre3 alt NEUNLINGS Webmaster sogar schon, also frag ich mich wie man nan nach 3 Jahren und länger noch unfähig ist Geld im Netz zu verdienen?

    Also ich kann deine Kritik gar nicht nach voll ziehn.

    Du machst anscheinend was FALSCH *lach*

    Posted 17. Jan 2010 at 12:51
  41. Mit reinem Bloggen kann man in Deutschland wohl kaum seine Ausgaben decken, da müssen schon andere Projekte laufen und gestützt werden – vermutlich liegt das aber an dem verhältnismäßig geringen Satz an deutschsprachigen Lesern. Natürlich haben englischsprachige Blogs mehr Potential…

    Posted 20. Jan 2010 at 16:58
  42. Hi

    ok, der Artikel und einige der Kommentare haben mir wirklich gut gefallen. Ich bewege mich schon lange in der Blog Landschaft umher und habe eigentlich 2 probleme damit:
    A) Ich finde äusserst selten interessante blogs (damit meine ich solche die kulturell, fachmässig od. intellektuell was hergeben) und eine kritische, frische meinung vertreten
    B) Ich bin (evtl. etwas selbst-überzeugt) der meinung, dass mein blog echt in die kategorie gehört… und möchte ihn eigentlich etwas promoten, habe aber keinen schimmer wie???? tips gefragt!!!

    LG, themba

    Posted 17. Feb 2010 at 12:23

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