Microsoft gibt Yahoo auf | Keine feindliche Übernahme

Das Microsoft Ultimatum lief letzte Woche aus. Viele spekulierten über eine mögliche feindliche Übernahme von Yahoo durch Microsoft.

Doch so etwas wird es wohl nie geben.

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AdWords Scammer am Werk

Heute bekam ein Mitarbeiter von mir ein ziemlich verwunderliches Mail vom „AdWords Support“.

Verwunderlich weil er eigentlich gar keine AdWords Anzeigen oder AdSense Blöcke aufschaltet. Wir nahmen also gleich mal an, dass es sich hier um einen Scamversuch oder (ziemlich unwahrscheinlich) um einen Irrtum handeln müsse.

Normalerweise löscht man solche Mails lediglich und mach mit der täglichen Arbeit weiter. Doch aus reiner neugier hatten wir die verlinkte Page geöffnet und festegestellt, dass es sich hier um den professionellsten Scam handelt den ich je beobachten konnte.

Die professionalität der Betrüger beginnt bereits beim Mail. Diese ist einer originalen AdWords Support oder Benachrichtigungsmail praktisch aufs genaueste nachempfunden.





Klickt der Benutzer auf dem im Mail mitgelieferten Link, kommt er auf eine chinesische Domain. Auf den ersten Blick erkennt der Laie keinerlei Unterschiede zur altbekannten AdWords-Page von Google. Sogar die Adressleiste wurde der original AdWords Page nachempfunden… Jemand der gerade im Stress ist bemerkt wohl kaum den chinesischen Domainnamen und gibt da vielleicht eher schon seine Informationen preis.

Warum AdWords?
Was der Scammer mit einem AdWords Account anstellen kann ist unvorstellbar. Einfach mal einige Keywords zu unglaublich hohen Geboten buchen und danach über CPA oder Sale Angebote bei verschiedenen Affiliate Netzwerken abkassieren. Und das natürlich alles zu lasten des AdWords Kunden.

Solche Methoden sind auf jeden Fall viel schwerer zu verfolgen als ein einfacher Kreditkartenbetrug.

Die Bereitschaft zur Cyberkriminalität steigt von Jahr zu Jahr an. Vor allem in unterentwickelten Ländern ohne genügende rechtliche Grundlagen um Netzbetrüger zu verfolgen verbreiten sich solche Scammermethoden zur Zeit wie ein Lauffeuer.

Übrigens: Diese Mail kam aus Algerien.


Scammer werden kreativer und professioneller

Ein kleiner Trost: Immerhin hat Firefox die Seite als möglichen Webbetrug erkannt. Die Seite wurde wohl bereits als Betrug erkannt und gemeldet. 🙂

TNS kauft Compete für 75 Millionen USD

Das londoner Marktforschungsunternehmen TNS hat heute bekanntgegeben, dass sie den Alexa-Konkurrenten Compete für 75 Millionen USD in cash übernommen haben. Ausserdem werden bis 2010 den Shareholdern von Compete performancebasierte Bonuszahlungen in Aussicht gesetzt.

Die Einkünfte von Compete haben sich im Jahr 2007 verdoppelt. Dennoch verlor das Unternehmen insgesamt 4.5 Millionen USD in 2007.

David Lowden, CEO von TNS äusserte sich auch zur Übernahme. Laut Lowden werde die Übernahme von Compete ihnen helfen, das Verhalten von Usern in der neuen „komplexen digitalen Welt“ besser zu verstehen.

Trafficvergleich zwischen Alexa und Compete


Vergleich: Compete + Alexa Traffic. Source: Compete.

Ric Sez:

Compete hat durchaus Wachstumspotenzial. Man erwartet, dass das Marktvolumen für Compete von 325 Millionen auf 500 Millionen USD bis 2009 steigen wird (was ist das für’n Markt? Da will ich aber auch rein…).

Darüber ob 75 Millionen eine angemessene Summe für solch eine noch ziemlich ungeprüfte Seite ist, kann man sich streiten.

Wiederum muss man bedenken, dass der USD zur Zeit sehr, sehr tief ist 😉 .

Joke beiseite: Ich denke, in anbetracht des Traffics sollte dies ein ziemlich fairer Kaufpreis sein. Vor allem wenn man sich die Summen anschaut, die beim Facebook-Microsoft Deal mit von der Partie waren.

Man sieht hier auch wieder mal wie wertvoll solche Userverhaltens-Datensätze für Marktforschungsunternehmen sind. Jeder User der die Alexa, Google oder Compete Toolbar installiert hat (da sind bestimmt auch einige andere Toolbars mit von der Partie die ich hier nicht alle aufführen will…), gibt freiwillig sein Surfverhalten preis. Und diese Informationen sind sofern massenhaft vorhanden für einige Leute Millionen wert.

Wer bisher wie ich angenommen hatte, dass Seiten wie Compete und Alexa lediglich für die Sammlung von Daten und für Schwanzvergleiche zwischen einigen Webmastern da sind, wird sich nach diesem Verkauf ziemlich bestätigt fühlen.

Quelle: TNS